1. Kapitel – Ein frustrierender Anfang


Im schlafenden Löwen beginnt unsere Geschichte.

An einem Tisch in der Ecke des Schankraumes des schlafenden Löwen sitzen drei Söldner, die sich hier zufällig trafen und sich ihre blutigen Erlebnisse bei einer runde trübem Kellerbier erzählen. Eine Geschichte ist spektakulärer als die nächste, während sie sich gegenseitig in ihren Erfahrungen zu überbieten versuchen. Da ist zum einen die Menschen-Schurkin Whisper, die damit prahlt, wie sie in wenigen Sekunden mit einem Wirbelwind an Dolchstößen aus dem Schatten heraus jeden Gegner besiegt hat. Der Mächtige Innox-Schläger Odyn übertrumpft dies indem er beschreibt, wie er das selbe mit nur einem einzigen Schlag erledigt und gleichzeitig unmengen an Wunden aushalten kann. Der kleine Tinkerer Volpo, der offensichtlich mehr Bier verträgt als Whisper und Odyn gemeinsam, erzählt, wie er die Genger nur mit den Waffen seines Verstandes besiegt, ohne überhaupt in deren Nähe zu kommen.

Die Prahlereien sind von einer Valrath, das sind rothäutige, anmutige und schlanke Wesen, die gerade die Taverne betritt aufgeschnappt worden und sie begibt sich direkt auf die Söldnergruppe zu. Unter ihrem Roten Umhang, trägt sie ausser unmengen von Gold und Edelsteinen recht wenig Kleidung. Ihre rötliche Haut und der animalisch wirkende Schwanz, der hinter ihrem Umhang herumwedelt geben ihr ein wahrlich teuflisches Aussehen. Sie stellt sich als Jekserah vor.
„Hört sich an, als wärt ihr genau die Gruppe, die ich benötige“ fällt sie Odyn ins Wort, der sie daraufhin böse ansieht und ein lautes Grollen hören lässt. Die Händlerin ignoriert diese Geste und kommt gleich zur Sache.
„Ich wurde bestohlen. Ein ruchloser Dieb entwendete wichtige Dokumente. Ich will sie wiederhaben. Auf welche Weise ihr sie dem Dieb abnehmt ist mir völlig egal. 10 Goldstücke für jeden von euch, wenn ihr mir mein Eigentum wiederbeschafft“.
Sie beschreibt kurz den Dieb und gibt uns die Adresse an die wir die gestohlenen Dokumente liefern sollen und dann geht sie ohne weitere Worte aus der Taverne.

Die Söldner sitzen verdutzt da, haben sie doch bisher kein Wort gesagt, nichtmal zugestimmt. Doch die 10 Goldstücke klingen zu verlockend. Schnell trinken sie aus und machen sich auf in die verruchten Viertel von Gloomhaven. In ihrem Beruf kennen sie die Methoden, mit denen man solche Typen wie diesen Dieb findet. Nach einigen erfolgreichen „Gesprächen“ mit den örtlichen Strauchdieben und Bettlern haben sie auch bereits den Aufenthaltsort dieser Diebesbande herausgefunden. Sie verbergen sich in den Black Barrows.

Am nächsten Tag rüsten sich die drei aus. Volpo kauft sich einen Trank, der seine Angriffe noch verstärkt und grinst dabei diabolisch in sich hinein. Odyn kann das nur belächeln. „So etwas brauche ich bestimmt nicht.“, sagt er und kauft sich eine Lederrüstung, um mehr einstecken zu können.
Whisper hat sich derweil einen Helm besorgt. „Ich bin flink und werde kaum getroffen. Sollte es mich dennoch erwischen, möchte ich schwere Kopftreffer vermeiden.“

Sodann machen sich die drei auf den Weg in die Black Barrows. Auf dem Weg zum Stadttor kommt ihnen ein rattengesichtiger Junge entgegengelaufen, dreckig von oben bis unten und in jämmerliche Lumpen gehüllt. Er bleibt vor den dreien stehen und zeigt aufgeregt in die Richung eines alten, verlassenene Gebäudes. „Meine Herren, mir ist meine KAtze weggelaufen. In das alte Spukhaus hinein. Ich bin in Sorge um sie. Könntet ihr mir vielleicht helfen, sie zu finden? Ich traue mich nicht hinein.“
Whisper winkt ab. „Wir haben wichtigeres zu tun, als diesem Gesocks zu helfen. Vermutlich springt dabei nichtmal etwas für uns heraus. Oder es ist eine Falle dieser Straßengören.“ Bei den letzten Worten blickt sie das Kind grimmig an, woraufhin es einen Schritt zurück macht.
Odyn schiebt Whisper zur Seite und blickt freundlich auf das Kind hinab. „Aber natürlich helfen wir dir, Kleiner“. Auch Volpo findet, dass wir unseren Ruf in Gloomhaven ruhig durch solch selbstlose Taten verbessern könnten.
„Ruf bei den Bettlern und dem Gesindel vielleicht“, grummelt Whisper, schließt sich den zweien aber an. „Ihr seid mir ein paar Söldner…“

Der Auftrag ist schnell erledigt. Direkt im zweiten Zimmer liegt die Katze versteckt unter einem ausgebrannten Bettgestell. Odyn übergibt sie dem Jungen, der sich unheimlich darüber freut. „Ich werde allen erzählen, was für tolle Leute ihr seid.“, sagt er, dreht sich um und verschwindet. Whisper grummelt, der Rest freut sich über die gute Tat und gemeinsam gehen sie aus der Stadt.

Die Black Barrows liegen direkt neben dem Leichenforst. Die Hügel sind vom Markt-Tor der Stadt gut sichtbar. Die Reise sollte nicht all zu lange dauern. Tatsächlich geschieht nichts aufregendes bis die Truppe ihr Ziel erreicht.
(Was vermutlich daran liegt, dass wir vergaßen, ein Road-Event zu ziehen ;))

Schließlich stehen die drei vor einem dunklen Höhleneingang. Treppenstufen führen in die Tiefe hinab. Ein schwer zu ertragender Gestank nach Verwesung und Fäulnis liegt in der Luft. Entschlossen treten die drei ein und gehen mit gezogenen Waffen die Treppe hinab. Von unten kommt langsam ein Lichtschein in Sicht. Die Treppe endet, es wird heller. Und auf einmal stehen die drei in einem großen Raum. Gegenüber warten bereits 7 Gestalten auf sie. Brutal aussehende Kerle, grobschlächtig und mit grausamen, dreckigen Waffen bestückt.
In der Mitte steht ihr Anführer, schaut sich die drei Besucher an und sagt „Für sowas habe ich keine Zeit. Kümmert euch um diese unglückseligen.“ Daraufhin verlässt er den Raum durch eine Türe hinter sich in einen Gang.
Während der größte Mann im Schlägertrupp langsam die Türe schließt, sagt er: „Das hatten wir noch nie, dass unsere Opfer ihre Wertgegenstände freiwillig zu uns bringen“.  Grinsend kommen die sechs auf den Söldnertrup zu.

Schnell wirft Whisper zwei Wurfmesser auf die ihr am nächsten stehenden Banditen, die sich ihr dann auch prompt zuwenden. Odyn rennt direkt in die drei Gegner, die von rechts auf ihn zukommen und verletzt diese mit einem Rundumschlag. Zum Teil. Etwas. Ein wenig.
Der kleine Volpo wirft irgendein Gerät in die Menge und verletzt die Gegner auch ein bisschen. Alle Gegner stehen noch und gehen nun ihrerseits zum Angriff über.

Whisper muss einiges einstecken und sich gegen zwei Gegner behaupten. Diese setzen ihr sehr zu, so dass sie nach diesem Angriff noch gerade so auf den Beinen steht.

Odyn ist durch seinen Vorstoß umringt von Gegnern und muss einiges einstecken. Auch er kann sich gerade noch so auf den Beinen halten.

„Oh mann, dieser Angriff war ja ein totales Desaster! Was sind denn das für Anfänger?“, denkt sich Volpo und fängt an, seine Heilmittel einsatzbereit zu machen.

Whisper kontert und kann einen Banditen mit einem gezielten Dolchstoß unschädlich machen. Der andere Gegner ist durch diesen schnellen Todesstoß verwirrt und Whisper nutzt die Gelegenheit, kurz durchzuatmen und den Schmerz zu unterdrücken.

Odyn versetzt dem hinter sich stehenden Gegner einen kraftvollen Schlag in die Magengrube, so dass dieser kampfunfähig zu Boden geht. Trotzdem stehen noch drei blutdürstige Banditen vor ihm.

Der kleine Volpo stürmt zu dem riesigen Brute und jagt ihm eine Spritze mit einem Heilmittel in die Seite, während dieser weiter die Gegner bearbeitet.


Whisper umringt in einem schnellen Sprint die Gegner und erdolcht einen von ihnen hinterrücks.  Nach wenigen Sekunden ist nur noch einer der sechs Gegner am Leben und versucht, Odyn in den Rücken zu fallen.

Aber auch dieser bleibt nicht lange am Leben.


Während sich Whisper und Volpo um die Beute streiten, schleppt sich Odyn zu den Leichen am Eingang um diese zu plündern.

Die Truppe verschnauft ersteinmal und stellt fest, dass sie die Gegner überschätzt haben. Voller Tatendrang waren sie sich des Sieges zu sicher.

„Das fängt ja wirklich übel an.“ grummelt Odyn, während Volpo sich die Beute einsteckt. „Bei dem was noch kommt, sollten wir vorsichtiger sein.“

Während Whisper sich diesmal in den Schatten versteckt, stellt sich Volpo neben den Türrahmen. Odyn macht sich kampfbereit und öffnet dann schnell die Türe.

Der Anführer der Bande aus dem Vorraum steht direkt hinter der Türe, ist aber vom Eintreten Odyns so überrascht, dass er einen Moment benötigt, um sich zu sammeln. Weiter hinten, am Ende des Flures, stehen drei Bogenschützinnen. Die Mittlere der drei Furien macht einen besonders grimmigen Eindruck.

Odyn zögert nicht lange und gibt dem Großmaul sofort eine auf das selbige. Schmerzverzerrt krümmt sich der Banditenanführer.

Whisper flitzt in den Raum und nutzt ihre anatomischen Kenntnisse, um den Gegner tödlich zu verwunden. Leider reicht es nicht aus und der Bandit steht immer noch. Volpo nutzt die Gelegenheit, um Odyns Wunden zu versorgen.

Dieser geht zurück in den ersten Raum und positioniert sich neben dem Türrahmen, um den Banditenanführer herauszulocken. Die Bogenschützinnen sind inzwischen auch herangekommen und feuern einen Pfeil nach dem Anderen auf jeden, der sich im Türrahmen blicken lässt. Whisper ist vorher blitzschnell wieder aus dem Raum geflohen, musste aber doch wieder einiges einstecken.

Volpo hat dann eine rettende Idee. Er kramt kurz in seiner Gürteltasche und wirft dann ein kleines Fläschchen auf den Boden vor der Türe. Es zerbricht und heraus strömt ein grünes Giftgas. „Nicht einatmen!“ ruft er noch, bevor er sich seinen Kragen vor Mund und Nase hält.

Der Anführer tritt genau in diesem Moment durch die Türe, weil er Odyn einen mächtigen Hieb versetzen will. Er gerät genau in die Gaswolke und bricht sofort tot zusammen. Das Gas hat sich kurz darauf auch schon verflüchtigt.
Bleiben nur noch diese Bogenschützen.

„Für Fernkämpfer sind diese Weiber aber ziemlich gut gepanzert.“ stöhnt Odyn, als er seine Waffe aus dem leblosen Körper der letzten Bogenschützin zieht.

Sie wehrten sich bis zum Ende, aber wurden am Ende doch besiegt. Whisper hat sich total verausgabt. Man sieht ihr an, dass sie nicht mehr lange durchhält und in wenigen Minuten völlig erschöpft sein wird. Auch Odyn ist am Ende seiner Kräfte angelangt.

Volpo hingegen ist putzmunter und hat durch seine flächendeckenden Explosivgeschosse und den Einsatz eines Flammenwerfers sogar die meisten Gegner auf dem Gewissen.

Die Türe in den nächsten Raum ist durch zwei mit Spitzen Holzpfählen gespickten Fallgruben gesichert. Whisper rappelt sich noch einmal auf. Sie beisst die Zähne zusammen, zum Springen reicht ihre Kraft nicht, sie lässt sich kontrolliert in eine Grube fallen und versucht, den Schmerz zu ignorieren. Das Adrenalin durchflutet ihren Körper und ihre stählerne Disziplin ermöglicht das unfassbare. Sie klettert aus der Grube und hat kaum blutende Wunden zurückgelassen. Wutentbrannt und mit einem Kampfschrei tritt sie die Türe zum nächsten Raum ein, dass diese fast aus den Angeln fliegt.

Der Anblick des letzten Raumes lässt alle Hoffnung fahren. Hier entdecken die drei Gefährten, warum diese Höhle so fürchterlich stinkt. In diesem Raum befinden sich zwei belebte Skelette. aus ihrer linken Schulter wachsen zwei Arme die jeweils ein brutal aussehendes Schwert führen. So gelenkig wie sie sind, scheinen sie zwei Gegner gleichzeitig angreifen zu können. Und zu allem Überfluss stehen hinten im Raum zwei weitere Bogenschützinnen, die bereits ihre Pfeile angelegt haben und auf Whisper zielen. Zwei Tische versperren den Weg, so dass ein Vorwärtskommen nur durch die Mitte möglich ist. Doch leider haben die Skelette diesen Durchgang bereits genutzt, um sich der Schurkin zu nähern.

Die drei Söldner rechnen sich ihre Chancen aus. Whisper ist am Ende ihrer Kräfte angelangt. Odyn wird auch nur noch wenige Minuten durchhalten.

Während sie ihre Möglichkeiten abwägen, wirft Whisper zwei Wurfmesser auf die herannahenden Knochenmänner und kann sie sogar verletzen, wird aber kurz darauf von den Pfeilen der Bogenschützinnen kampfunfähig geschossen. „Lass uns die restliche Beute sammeln und abhauen“, ruft Odyn Volpo zu, während er schnell die naheliegenden Leichen plündert.

Volpo ist inzwischen an der Türe angelangt und feuert mit seinem Flammenwerfer auf die Skelette, die daraufhin zu Staub zerfallen. Doch auch ihn spicken die Bogenschützinnen mit Pfeilen, so dass er sich geschlagen zurückziehen muss. Schließlich können die drei gerade so mit ihrem Leben entkommen.

„Das nächste mal sind wir vorbereitet“ stöhnt Odyn, der sich Whisper über die Schulter geworfen hat, während sie die Stufen hinauf steigen, zurück zum Tageslicht.

„Ob es das Wert ist?“ Fragt sich Volpo. „Geld ist es immer wert“, antwortet Odyn.

Zusammenfassung

Unser erstes Szenario verlief wirklich nicht sehr gut. Wir hatten zwar bereits einen Übungslauf in einem Zufalls-Dungeon mit den Charakteren hinter uns, aber das Szenario haben wir trotzdem knapp verloren.

Es lief aber wirklich nicht gut für uns. Die 6 Gegner konnten uns problemlos erreichen, es waren höchstens 3 Felder Abstand zu ihnen. Der Brute stürmte drauf los, um möglichst viele im ersten Angriff auszuschalten, aber die Werte waren zu hoch dafür. Auch die Schurkin konnte nur Wurfmesser auf zwei Gegner werfen, die ebenfalls viel zu wenig Schaden verursachten. Wir haben keine Möglichkeit gesehen, möglichst viele Gegner zu Beginn auszuschalten, damit in deren Zug nicht zu viel Schaden auf uns einprasselt.

Vielleicht sollten wir beim nächsten Versuch lieber Nur Schaden auf jeweils einen Gegner machen, Wenn jeder dadurch einen Gegner herausnehmen kann, blieben nur drei übrig. Allerdings sind die Gegner mit Level 2 schon ziemlich Stark für einen Level 1 Helden. Wenn dieses Einstiegs-Szenario wirklich leichter ist als die folgenden, dann können wir uns auf etwas gefasst machen.

EDIT: Nach unserem nächsten Spieleabend in Gloomhaven stellten wir bestürzt fest, dass wir den Schwierigkeitsgrad zu hoch angesetzt hatten. Bedeutet, dass wir es nächstes Mal sicher schaffen werden.

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