3. Kapitel – In die Tiefen

Erschöpft vom siegreichen Kampf macht die Gruppe draussen vor dem Höhleneingang eine Rast um sich zu erholen. Plötzlich ertönt eine grummelige aber hohe Stimme. „Da seit ihr ja. Dann komme ich ja gerade rechtzeitig, wie es aussieht.“ Alle drehen ihre Köpfe und suchen die  Quelle der Stimme, doch niemand kann sie entdecken.
Schließlich teilt sich das hohe Gras und heraus tritt ein Vermling. Eine kleine, rattengesichtige Rasse die bevorzugt hinterhältig agiert. „Wir haben die Diebe in der Höhle bereits ausgeschaltet!“ brummelt Odyn. „Und warum seid ihr dann noch hier?“, fragt der Vermling, der sich als Verne vorstellt. „Scheinbar seid ihr noch nicht fertig. Jekserah hat mich geschickt. Ich soll hier ein paar Dokumente besorgen die ihr gestohlen wurden.“
„Dafür wurden wir bereits angeheuert.“ erwidert Whisper mit zischender Stimme und steht auf. „Naja, wie es aussieht ist sie von eurem Erfolg nicht wirklich überzeugt. Irgendjemand hat ihr erzählt, dass ihr hier nicht voran kommt. Daher soll ich euch unterstützen.“ sagt Verne und begibt sich daraufhin schnurstracks in die Höhle.

Die anderen packen schnell ihre Sachen zusammen und folgen dem kleinen Neuankömmling. Unten angekommen finden sie Verne in dem Raum wo der letzte Kampf stattfand. Er scheint einen Durchgang mit seiner schwarzen Nase „erschnuppern“ zu wollen. Während sich alle noch darüber lustig machen hat er aber bereits einen Weg gefunden, der tiefer in die uralten Katakomben führt. Sichtlich beeindruckt folgen die drei ihm eine lange, modrig stinkende Treppe hinab.
Je tiefer die Gruppe hinabsteigt, umso stärker wird der Geruch nach Tod und Verderben. Verzweiflung macht sich im Gemüt der vier Kämpfer breit und mit jedem Schritt werden die Waffen schwerer. Es ist, als würde ein Fluch auf der Gruppe liegen, der jeden befällt, der es wagt, hier einzudringen.

Der Vorraum

Schließlich endet die lange Treppe und die Söldnertruppe betritt einen kleinen Raum. An der gegenüberliegenden Wand stehen 4 Bogenschützinnen, die anscheinend eine Türe bewachen.

Direkt vor Ihnen befinden sich zwei gefährlich aussehende Bärenfallen mit rostigen, spitzen Zähnen.

Odyn war vorausgegangen und steht nun vor seinen Mitstreitern. Whisper und Voldo haben sich an den Flanken postiert und Verne kramt hektisch in seinen Taschen herum. Bevor die Bogenschützen reagieren können, werfen Voldo und Whisper einen an einem Seil befestigten Haken und ziehen die beiden äußeren Gegner mit einem Ruck nach vorne, so dass diese in die Fallen stürzen. Mit schmerzverzerrten Gesichtern versuchen sie, sich zu befreien und sind für einige Sekunden ausgeschaltet.

Odyn stürmt genau in die Mitte und führt einen Runumschlag aus. Nach einigen wenigen hieben liegen alle Gegner am Boden. Whisper schlüpft blitzschnell durch ihre Kollegen, sammelt dabei sehr geschickt alle Wertsachen auf, die sie erreichen kann, und öffnet die Türe zum nächsten Raum, stürmt hinein und wirft eine Rauchbombe und verschwindet damit aus der Sicht der Gegner.

Der nächste Raum

Der Raum scheint eine große Krypta zu sein. Es stehen mehrere Särge hier. Hinter einem Sarkophag an der gegenüber liegenden Wand steht ein groß gewachsener Mann, flankiert von zwei kampferprobt aussehenden Bogenschützen. Er sieht genau so aus, wie Jekserah ihn als den Dieb beschrieben hat. „Wer wagt es, die Arbeit des Gloom zu stören?“ dröhnt die tiefe Stimme des Mannes. Aus seinen Augen scheint eine dunkle Macht zu strahlen „Kommt und erkennt, mit was ihr es zu tun habt!“

Während die Gruppe noch erschöpft durchatmet kommen die Bogenschützen näher, sind aber noch ausser Reichweite. Der Hauptmann vollführt einige komplizierte Gesten und schwarzer Rauch steigt aus seinen Augen auf. Wenige Augenblicke danach steht eines dieser dreiarmigen Skelette neben ihm und er gibt ihm den Befehl, uns anzugreifen. Whisper ignoriert die neue Gefahr und konzentriert sich völlig auf den Anführer. Verborgen in den Schatten nähert sie sich ihm von der Seite und stößt ihm ihren Dolch in den Rücken. Der Schaden ist enorm, reicht aber nicht aus. Der Anführer steckt den Schaden einfach weg. Voldo bewegt sich nun ebenfalls in den Raum und nähert sich dem Gerippe so, dass die beiden durch einen Sarg getrennt sind. dann beginnt er, das Skelett aus der Ferne zu bekämpfen. Die Bogenschützinnen schießen auf Odyn, der nun den Raum betritt. Verne hat inzwischen einen Schwarm Ratten angelockt, die sich nun ebenfalls in den Kampf stürzen.

Die letzten Gegner

Während Whisper weiter auf den Anführer einsticht, beschwört dieser das nächste Skelett, dass sich nun gemeinsam auf die Ratten stürtzt und den Schwarm mit einem Schlag vernichtet. Verne flucht zischend etwas auf einer unbekannten Sprache. Odyn schlägt ein Skelett mit einem schweren Schlag in Einzelteile. Während Verne mit seinen kurzen Beinen weiter in den Raum läuft. Whisper ist total erschrocken, als der Anführer mit zwei riesigen Schritten zu einer der vier geschlossenen Türen in diesem Raum springt und sie krachend aus den Angeln reisst. Aus dem dunklen Raum dahinter quillt ein grünlich leuchtender Dampf und schlagartig riecht der ganze Raum nach Verwesung. Irgendetwas schwerfälliges bewegt sich darin. Richtung Türe. Verne ist in diesem Moment bei dem Anführer angekommen und fügt ihm einige Wunden zu. Im selben Moment erscheint auch Whisper und mit einem Dolchstoß schickt sie den Hauptmann der Diebe ins Jenseits. Mit seinen letzten Worten beschwört er aber noch einen dritten Knochenmann. Das andere Skelett wurde in der Zeit von Voldo vernichtet. Whisper stürmt zur letzten Bogenschützin und tötet sie mit einer ihrer Klingen. Verne und Odyn stehen nun an der Türe, aus der sich drei riesige, fettleibige wandelnde Tote schleppen. Sie sind langsam und während sie sich bewegen, fallen Teile ihres verfaulenden Fleisches von ihren verwesenden Körpern. Der Gestank ist enorm und niemand traut sich in ihre Nähe, aus Angst, sich mit etwas unangenehmen anzustecken.

Whisper schießt mit ihrem Bogen auf einen der Hinteren Gegner und bringt ihn zu Fall. Verne braucht zwei Angriffe, kann den vordersten Zombie, der auch am gefährlichsten aussieht, aber damit unschädlich machen. Odyn kümmert sich um den Rest.

„Alles in Allem war das doch gar nicht so schwierig“, meint Voldo, der sich zusammen mit Whisper möglichst viele Geldstücke aus den Taschen der Gegner sammelt.

Odyn geht zu einer Truhe hinten im Raum und öffnet sie. Darin findet er die Dokumente, von denen Jekserah sprach. „Hier sind diese Geheimen Papiere“, sagt er, „mal sehen was daran so wichtig ist.“. Er versucht, die Zeilen zu entziffern, doch sie sind in einer Sprache geschrieben, die keiner aus der Gruppe kennt. „Irgendeine alte, vergessene, tote Sprache.“, sagt Verne. Doch eine Sache springt ihnen beim Betrachten ins Auge. Es gibt auch eine Karte in den Unterlagen. Eine Karte der nördlichen Lande. Dort ist eine Biegung des Still River markiert. „Wenn wir herausfinden wollen, was es mit diesem sogenannten ‚Gloom‘ auf sich hat, sollten wir uns die Gegend mal ansehen, meint ihr nicht?“, merkt Verne an.

 

Wieder zurück in Gloomhaven treffen sie sich dann erneut mit Jekserah. Sie ist sehr erfreut darüber, die Unterlagen wieder in ihren Händen zu halten. Jeder erhält 10 Gold. „Ihr habt eure Sache erstaunlich gut gemacht. Falls ihr interessiert seid habe ich noch einen Auftrag für euch. Es gibt einen Stamm der Inox im Dagger Forest, der einige meiner Karavanen überfällt, die sich Richtung Hauptstadt bewegen. Ich habe es der Militz bereits gesagt, aber die tun nichts dagegen. Ich kann euch zeigen, in welcher Richtung ihr Lager liegt. Wenn ihr an ihnen ein Exempel statuiert würde ich euch noch mehr zahlen.“ Sie legt eine grobe Karte des Waldes auf den Tisch und steht auf, wobei ihre Juwelen und ihr Schmuck mit der Bewegung klimpern. „Kommt zu mir zurück, sobald ihr fertig seid.“

Bevor die Gruppe sich entscheidet, wo sie weiter machen, legen sie sich erstmal hin und ruhen sich von den Strapazen des Abenteuers aus. Mitten in der Nacht werden sie allerdings von einer Alarmglocke geweckt. An der Westmauer der Stadt scheint etwas vor sich zu gehen. Da sie von der Kampfkraft der Stadwache nicht sehr überzeugt sind, bewaffnen sie sich und begeben sich zum Ort des Geschehens. Ans der Westmauer angekommen, sehen sie eine Flut von Vermlingen, Vernes Artgenossen, über die Mauer schwemmen. Die Wachen sind völlig überfordert und so greifen sie in das Geschehen ein. Sogar Verne hilft dabei, seine Artgenossen zu bekämpfen. Seltsam. Als sie fertig sind, ist jeder in der Gruppe von Blut und Fell bedeckt. Die Stadtwache dankt uns und unser Ansehen in der Stadt steigt. Wir haben durch diesen Kampf sogar an erfahrung gewonnen. Nachdem sich jeder gewaschen und etwas gegessen hat, rüsten sich alle neu aus. Whisper hat sich ersteinmal einen Umhang besorgt, mit dem sie sich unsichtbar machen kann, sowie ein paar Schuhe, mit denen sie nun leicht über Hindernisse kommen kann.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.